Posts Tagged 'technology'

Watchlist: Greg Petchkovsky

Mail-Anhang

A sandstone block built from lego, blending real objects with 3d prints from Greg Petchkovsky on Vimeo.

image-fulgurator by julius von bismarck.

The Image Fulgurator by Julius von Bismarck is a device for physically manipulating photographs. It intervenes when a photo is being taken, without the photographer being able to detect anything. The manipulation is only visible on the photo afterwards.

In principle, the Fulgurator can be used anywhere where there is another camera nearby that is being used with a flash. It operates via a kind of reactive flash projection that enables an image to be projected on an object exactly at the moment when someone else is photographing it. The intervention is unobtrusive because it takes only a few milliseconds. Every photo another photographer takes of an object at which the Fulgurator is also aimed is affected by the manipulation. Hence visual information can be smuggled unnoticed into the images of others.

More about hereknarre-web

 

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Documentary by Volker Racho about Julius von Bismarcks Image-Fulgurator

PAOLO CIRIO: “STREET GHOSTS”

Das neue Projekt des italienischen Medienkünstlers Paolo Cirio: “Street Ghosts“. “In the hippest areas for Street Art in NYC, London and Berlin, life-sized pictures of people found on Google’s Street View were printed and posted without authorization at the same spot where they were taken. The posters are printed in color on thin paper, cut along the outline, and then affixed with wheatpaste on the walls of public buildings at the precise spot on the wall where they appear in Google’s Street View image. Street Ghosts has been a rigorous hunt for the most visible people on spooky buildings with walls available for art interventions. In the last 15 days more than 30 posters were posted on the walls of NYC, London and Berlin. The physical evidence of the ghosts’ appearance may vanish quickly, but its documentation will remain forever.” Via: rebelart, thx.

Directors Cut RWE

Ein toller Hack des RWE-Werbe-Video, gefunden bei bensen5.

Augmented Reality Hack

Am schönsten ist es immer, wenn sich einzelne Seminare thematisch treffen. So geschehen beim Projektseminar zum MedienBildungsRaum, in dem uns Anna-Laura Leipertz in der vergangenen Woche den Horizon Report 2010 (nun Dank MMKH auch in DE; Hintergünde auch hier) vorgestellt hat und dabei selbst insbesondere vom Thema „Augmented Reality“ begeistert war.
Im letzten Beitrag des elektrischen Reporters ging es ebenfalls um Augmented Reality. Ab Minute 8:16 wird dabei Julien Oliver mit seinem Projekt Artvertizer vorgestellt. Er hacked öffentliche Werbeflächen mittels Augmented Reality und ersetzt die Werbung durch Kunst im Auge des Betrachters.
Das ist allerhöchst interessant für das Seminar Cultural Hacking mit Johannes Hedinger (Com&Com) und auch für das Seminar aus dem SoSe09 zur Postironie, in dem eine ähnliche Aktion zum (analogen) Hack von Werbeplakaten geplant war, allerdings leider nicht umgesetzt wurde.

Mehr zur Augmented Reality auch beim *mms, Uni Hamburg.

Geniales Graffiti – Türstörung

Geniales Graffiti – Zug kam mit Tuerstoerung ins Werk (via http://twitpic.com/1mdfwh)

Hypothetische Wahrheit und Googleability

Süddeutsche Zeitung (10./11.4.2010): Interview mit dem Medien-Designer Daniel van der Velden über die blühende Kultur inszenierter Fälschungen im Netz.

Ein sicherer Hafen im Sturm der Bits, Pixel und Soundbites liegt im Postjesweg, Amsterdam. Der niederländische Design- und Grafik-Think-Tank Metahaven hat sein Büro in einer alten Schmuckfabrik untergebracht. […]
In ihren Projekten, die sie in dem Buch Uncorporate Identity vorstellen, verschwimmt die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fälschung, Marketing und Kunst. „Wir erleben eine Demokratisierung der Fälschung“, sagt van der Velden. “ Was im Netz erzählt wird, ist nicht so sehr die Wahrheit, sondern etwas, das nur wahr sein könnte. […]
SZ: Herr van der Velden, stimmt es, dass Ihr Büro den Marketing-Auftrag für Sealand erhalten hat, ein fiktives Land in der Nordsee?
Daniel van der Velden: Sealand ist eine alte Militär-Plattform aus dem Zweiten Weltkrieg, die in den 70er Jahren von einem ehemaligen Offizier der Royal Navy besetzt und zu einem unabhängigen Königreich erklärt wurde. Niemand lebt auf der Betonstruktur. Niemand weiß, was man eigentlich damit machen soll. Sealand ist einfach da. Es ist eine Art realer Hoax, eine Fälschung aus Beton, die von den Mythen und Gerüchten lebt, die gerade im Internet-Zeitalter um sie herumschwirren. Sealand ist nur Bild und Projektionsfläche und hat so die radikalste künstliche Entwicklungsform einer Marke angenommen. […]
SZ: Vergangenen Herbst berichteten deutsche Nachrichtenagenturen und Online-Medien über einen Selbstmordanschlag, den Mitglieder der Hiphop-Gruppe Berlin Boys 666 in der kalifornischen Kleinstadt Bluewater durchgeführt hätten. Die Medien wurden durch einen Telefonanruf alarmiert, fanden im Netz Twitter-Meldungen von Augenzeugen, die Website der Polizei von Bluewater und einen Blogeintrag der vermeintlichen Täter. Stunden später kam heraus, dass alles vom Regisseur Jan Stahlberg inszeniert war, der PR für seinen neuen Film machen wollte.
Van der Velden: Auch der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy hat für sein letztes Buch einen Autor zitiert, von dem Aufsätze im Internet zu finden waren. Leider ist der vermeintliche Autor eine Satirefigur. Lévy hat dann ziemlich souverän reagiert und gesagt: „Der Mann mag vielleicht nicht existieren. Er hat aber trotzdem recht.“ Die Fiktion wurde Teil seiner Argumentationskette. Lévy hat die Grenze zwischen Realität und Phantasie transzendiert. Wir folgen ihm auf seinem Weg. […]
SZ: Vor zwei Wochen fand sich in der Tabelle der beliebtesten Suchanfragen bei Google der Begriff Lumberton Trading Company, eine amerikanische Plattenfirma, die es gar nicht gibt. Millionen E-Mail-Nutzer hatten eine Spam-Mail erhalten, in der die Lumberton Trading Company mit einer Klage wegen Urheberrechtsverletzungen drohte. Die Spam-Mail war so überzeugend formuliert, dass viele mehr Informationen einholen wollten. Lumberton tauchte somit auf der Agenda der Allgemeinheit auf – zwischen der Gesundheitsreform und dem Spielplan der Basketballliga.
Van der Velden: Da sieht man, dass es eine kreative Leistung ist, einen Namen zu erfinden, den die Leute für echt halten. Interessant bei den Spam-Mails ist doch, dass es immer um Geld geht, um Juristen, um Banken. Eine Form der Macht. […]
SZ: Die plötzliche Popularität der Lumberton Trading Company führte übrigens dazu, dass die automatischen Webseiten-Generatoren, die beliebte Suchbegriffe in ansonsten leere Webseiten integrieren, um Web-Traffic und Werbe-Gelder zu sammeln, immer mehr Seiten zum Thema erstellten. Die erfundene Firma wurde immer präsenter. Maschinen hatten das Wort ergriffen.
Van der Velden: Ja, Millionen Textseiten ohne Sinn. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass die Programme und Skripte irgendwann einmal von einem Menschen geschrieben wurden. Die Gestaltung von Informationen, das haben wir auch gemerkt, als wir unsere spekulativen Designs im Web platzieren wollten, hat sich von der visuellen Oberfläche in tiefere Strukturen verschoben.
Da geht es um Fragen der Googleability, wie man also eine möglichst hohe Position in der Treffertabelle der Suchmaschinen erreicht. Ganz ähnlich wie Autos, die in den vergangenen Jahrzehnten durch die Aerodynamik-Tests immer schlanker und glatter wurden und sich so in der Form anglichen, muss nun auch jedes Informationsobjekt einen Prozess durchlaufen, der es glättet und stromlinienförmig macht, damit es reibungslos durch die Netzwerke rutschen kann.“

Komplettes Interview in der Süddeutschen Zeitung