______________________________________________________________________________________MICHELLE

MICHELLE

Gruppe 1A: Christoph Brandin, Linda Dürst, Melina Duruz, Thomas Reinhard

Bild 1

Modephotographie ohne Kleidung? Oder ein weiteres sehr gelungenes Beispiel aus der Kategorie „Sex Sells“?

Im Original ist eigentlich nichts anstößiges zu sehen. Der Betrachter soll angeregt werden seiner Phantasie freien lauf zu lassen. Durch das Hinzufügen des Indizierbalkens und damit durch das Entfernen eines Bildfragments an einer bestimmten Stelle, wird diese Phantasie in eine Richtung gelenkt, die die „Sinnlichkeit“ des Photos von Helena Christensen deutlich verändert.

Für das, was Sie hinter dem schwarzen Balken sehen, sollten Sie sich jedoch bei Ihrer eigenen Phantasie bedanken.

______________________________________________________________________________________HOLY SHIT!

Gruppe 2A: Sarah Berndt, Oliver Egloff, Andrin Winteler

robbi

Idee

Ein Gegenstand, normalerweise kaum beachtet, wird aus der Dunkelheit hervorgehoben. Mit einer phosphoreszierenden Farbe haben wir einen Robidog am Rande des Uetlibergs angesprüht. Spaziergänger, Joggerinnen, Hündeler und Anwohnerinnen werden gleichermassen auf positive Art und Weise irritiert. Ein Hack ästhetischer Natur in Anknüpfung an die Street Art-Kultur und mit leicht politischem Hintergrund.

Vorgeschichte

Schnell war uns innerhalb der Gruppe klar, dass wir mit einem kleinen Eingriff in den öffentlichen Raum spielen wollen. Keine tiefgründige moralische oder politische Botschaft, vielmehr wollten wir Spass, Freude und ein ästhetisches Erlebnis vermitteln. So kamen wir auf die Idee, einem Tram mit Leuchtfarbe unsichtbare Botschaften aufzumalen, die erst am Abend sichtbar würden. Diesen Plan haben wir jedoch aufgrund der schwierigen Durchführung wieder verworfen. Unsere zweite Idee entwickelten wir auf einem Spaziergang an der Zürcher Bahnhofstrasse: Wir wollten der Hektik vor Ort etwas Gemütliches entgegensetzen, indem wir den Gullis schwarz-weisse Schachbretter aufmalen. Aufgrund der pixelähnlichen Struktur der Kanalisationsdeckel entwickelten wir dann unsere Idee weiter und planten, den Gullis mit Leuchtfarbe Smileys aufzumalen, die dann in der Dunkelheit die Bahnhofstrasse erleuchten würden. Allerdings stiessen wir dabei auf erhebliche technische Schwierigkeiten. Der dunkle Untergrund mindert die Leuchtkraft der phosphoreszierenden Farbe, die starke Beleuchtung der Bahnhofstrasse lässt den Effekt noch zusätzlich verblassen. Eine Durchführung war also nicht möglich. So ist schliesslich „Holy shit!“ entstanden.

Fazit

Mit dem Effekt einer phosphoreszierenden Farbe zu spielen ist eine schöne Idee, die technische Durchführung ist allerdings schwierig. Die Farbe muss sich tagsüber ‚aufladen’, trotzdem behält sie ihre Leuchtkraft höchstens eine Stunde. Ausserdem hängt die Leuchtkraft stark vom Untergrund ab, dieser sollte möglichst hell sein. Obwohl wir eine Sprühdose verwendet haben, ist das Auftragen der Farbe nicht ganz einfach, da sie tagsüber kaum sichtbar ist. Die Farbe ist allerdings gut geeignet, im Zusammenhang mit Street Art weitere Experimente durchzuführen. Sie könnte den traditionellen Graffitis eine zusätzliche Dimension verleihen.

______________________________________________________________________________________PIGGY PIGGY HACK – Die Invasion der Schweinegrippe

Gruppe 3A: Jonas Bayona, Liliane Krauss, Maja Nicolin, Michael Rauch

Bild 12

Idee

Beim Piggyhack ging es darum einen Hack im öffentlichen Raum stattfinden zu lassen. Dabei handelt es sich um ein sehr aktuelles Thema: Die Schweinegrippe. Sie ist momentan in aller Munde und verbreitet seit ca. 4 Monaten in der Bevölkerung Angst und Schrecken. Die Pharmaindustrie reagiert mit der Vermarktung von Medikamenten zur Bekämpfung der Pandemie und arbeitet profitorientiert an der Entwicklung eines Impfstoffes. Die Mundschutze in den Warenhäusern und Apotheken waren in den vergangenen Monaten zeitweilig ausverkauft und sogar die Krankenkasser fordern eine Erhöhung der Prämien auf Grund der Schweinegrippe.

Der PiggyHack zielt darauf ab, auf subtile Art und Weise mit der Angst der Bevölkerung zu spielen und sie so auf die Panikmache und gehypte Angst aufmerksam zu machen. Bei der Aktion wurden in verschiedenen Gebieten in Zürich die Models auf den Plakaten und Litfasssäulen mit Mundschutz-Stickern beklebt. Zu sehen sind diese nun vom Bucheggplatz bis Wiedikon, über Seefeld und Enge, bis hin nach Altstetten.

(Dokfilm folgt)

______________________________________________________________________________________DIS/OBEDIENCE

Gruppe 4A: Oliver Brägger, Nadja Holdener, Kaspar Manz

Bild 15

Ausgangslage

Cultural Hacking ist ein Konzept, das sehr stark von Subversion abhängig ist. Ein Teil der Faszination besteht darin, dass die Akteure aus dem Verborgenen arbeiten, ihre Identitäten verschleiern, ihre Aktionen nicht auf dem Präsentierteller vorstellen, sondern geschickt in den Alltag einbauen und erst nach und nach aufdecken lassen. Nicht zuletzt ist es auch Kunst, das sich dem etablierten Kunst-(Vermarktungs-)System entzieht (dieses also gewissermassen ebenfalls hackt). Doch kann eine solche Kunstform innerhalb der geregelten Grenzen einer Kunsthochschule überhaupt funktionieren? Kann sie überhaupt noch die Sprengkraft entwickeln – oder werden so bloss durch Dozenten abgesegnete Möchtegern-Protestchen generiert? Interessanter wäre es offensichtlich, wirklich subversiv zu arbeiten, und sich damit die Technik wirklich anzueignen. Die Idee, den Kurs an sich zu hacken, war geboren. Das System «Hochschule» wird unterlaufen, in dem gegen die traditionellen Spielregeln verstossen wird. Statt, wie die Dozenten dies von den Studierenden erwarten, die Aufgabe getreu zu lösen, wird sie nicht, bzw. in anderer Weise gelöst.

Der Hack

Wir bedienen uns dabei dem Fake, indem wir vorgeben, an einem Hack zu arbeiten – dieser hätte die im Museum für Gestaltung stattfindende Fotoausstellung mit Bildern von Michel Comte aufgegriffen und gehackt – sei dies nun mit Überklebungen oder, in einer späteren Phase, mit gefälschten Text-Tafeln. Indem wir diesen Hack aber nicht ausführen, verstossen wir scheinbar gegen die Auflagen des Kurses. Wir unterlaufen damit die stillschweigend vorausgesetzte Regelung zwischen Dozierenden und Studierenden: Die einen stellen Aufgaben, die anderen erfüllen diese, ohne sie zu hinterfragen. Wir verstossen damit gegen das System und die vorherrschenden Machtverhältnisse, indem wir uns ihnen entziehen und durch unsere Verweigerung drohen, dieses zu destabilisieren.

dis/obedience from Kaspar Manz on Vimeo.

______________________________________________________________________________________Die Die Projekte aus dem Seminar „Cultural Hacking“, am MAS CMS Cultural Media Studies an der ZHdK vom Jan 2009 findest du hier.



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