Posts Tagged 'disobedience'

Vorlesung gehackt

Als Teil einer Projektarbeit im Seminar Cultural Hacking wurde an  der Uni Köln eine Intermedia-Vorlesung gehackt.Bildschirmfoto 2014-01-17 um 19.46.55

Clip: Die Blaue Revolution

image-fulgurator by julius von bismarck.

The Image Fulgurator by Julius von Bismarck is a device for physically manipulating photographs. It intervenes when a photo is being taken, without the photographer being able to detect anything. The manipulation is only visible on the photo afterwards.

In principle, the Fulgurator can be used anywhere where there is another camera nearby that is being used with a flash. It operates via a kind of reactive flash projection that enables an image to be projected on an object exactly at the moment when someone else is photographing it. The intervention is unobtrusive because it takes only a few milliseconds. Every photo another photographer takes of an object at which the Fulgurator is also aimed is affected by the manipulation. Hence visual information can be smuggled unnoticed into the images of others.

More about hereknarre-web

 

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Documentary by Volker Racho about Julius von Bismarcks Image-Fulgurator

Penisbrücke von VOINA

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In 2010, Russia’s activist art collective Voina rose to fame when they painted a giant phallus on a drawbridge in St. Petersburg. It rose, effectively flipping off the Federal Security Service headquarters, which oppressed citizens would refer to as the modern-day KGB. Dick Captured by the FSB remained erect for hours. In 2011, after Voina members were persecuted and jailed for a different anarchistic action, the anti-government piece won the government-approved Innovation prize for best visual work of art. Oh, the irony. via


Voina explains – „In the night of June 14, 2010 in St. Petersburg, on the Che Guevara birthday, the Voina group painted the Dick, 65 m high and 27 m wide, on the Liteiny Bridge before it rose. At 1 a.m. the bridge started opening up, and the huge Cosmic Dick stood up just opposite the main building of the KGB in St. Petersburg. The activists painted the Dick in 23 seconds, while running and fighting with the bridge security. The paint was poured from the cans onto the bridge roadway. Alex Plutser-Sarno, the Voina activist, defined the genre of the action as a “sketch in the open air” or a “street sketch”. Alex proclaimed that the Dick was turned on not only by the main KGB office, but by the whole hierarchy of power in Russia. And it also was a protest against the heightened security measures expected at the International Economic Forum, held from June 17 in Saint Petersburg, the hometown of both Russian President Dmitry Medvedev and Prime Minister Vladimir Putin.“

beim Wort

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The Wa: Masterpiss (2012)

via Rebelart, there is more.

50m² of Public Space

… wie es auf dem blog ignant (SPITZENBLOG!) zu lesen gab, haben EPOS257 „für ihr neuestes Projekt auf dem Palackeho Platz in Prag eine 50 Quadratmeter große Fläche eingezäunt. Bis die Ämter und Behörden gemerkt hatten, dass keiner die Installation der Zäune in Auftrag gegeben hatte und ein Verantwortlicher für die Entfernung gefunden wurde, vergingen sage und schreibe 54 Tage!“ Bravo.

Posterboy

Posterboy räumt auf mit der Herrschaft kommerzieller Signale im urbanen Lebensraum! Seine Rekompositionen von Werbeplakaten lassen uns aufmerken und darüber bewußt werden, wie viele Orientierungsmuster uns ständig vorgegeben werden, die wir oftmals unreflektiert aufnehmen.

…zum youtubechannle von Posterboy: http://www.youtube.com/user/PosterboyNYC

Kleingedruckes

Die Franzosen sind mit allen Wassern gewaschen – Waschhinweise hingegen werden auch gerne mal zum Politikum: Hier entschuldigt man sich beim Träger des Textilproduktes dafür, dass ihr Präsident ein Idiot sei – und betont zugleich, ihn nicht gewählt zu haben.

kritische Reflexion zu Cultural Hacking als Unterrichtsmodul

(Zitat aus der Dokumentation der Gruppe 4 des Kurses „Cultural Hacking. Kulturelle Innovation durch Détournement, Bricollage und Experiment“ an der Zürcher Hochschule der Künste im September 2009)

„Cultural Hacking ist ein Konzept, das sehr stark von Subversion abhängig ist. Ein Teil der Faszination besteht darin, dass die Akteure aus dem Verborgenen arbeiten, ihre Identitäten verschleiern, ihre Aktionen nicht auf dem Präsentierteller vorstellen, sondern geschickt in den Alltag einbauen und erst nach und nach aufdecken lassen. Nicht zuletzt ist es auch Kunst, das sich dem etablierten Kunst-(Vermarktungs-)System entzieht (dieses also gewissermassen ebenfalls hackt).

Was passiert nun, wenn diese subversive Kunstform durch den Haupteingang der Kunstschule kommt und hochoffiziell durch Dozenten gelehrt wird?

Die Kunstform wird zu einer ordinären «Technik», die gelehrt werden kann, sie wird eingemeindet und sanktioniert – ein weiteres Werkzeug in einem immer grösser werdenden Arsenal von Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Wie konventionell Cultural Hacking schon geworden ist, zeigt sich, wie gerne inzwischen Werbeagenturen auf genau die selben Techniken zurückgreifen, um die potentiellen Kunden auch neben den designierten Werbeflächen mit ihren Botschaften zu bombardieren. Von Subversion ist damit kaum noch etwas zu spüren, im Gegenteil.

Neben der Technik, die wir anzuwenden haben, muss man sich aber auch noch den Kontext ansehen, in dem unsere Arbeit entstehen soll.

Das Schul- und Universitätssystem hat sich praktisch sämtlichen Reformversuchen grösstenteils widersetzt. Selbst die Bologna-Reform hat an der grundlegenden Anordnung und Machtverteilung der Akteure nichts Wesentliches geändert: auf der einen Seite die Dozenten, die Aufgaben stellen, auf der anderen Seite die Studenten, die diese auszuführen haben – und dies möglichst im Sinne der Dozenten, denn schlussendlich vergeben diese die Noten. Während es in den Hard Sciences Sinn macht, möglichst nahe den Vorstellungen des Dozenten zu arbeiten, wird diese Aufgabenerfüllung für Kunsthochschulstudenten zur Gratwanderung: Kann ich mir als Student erlauben, mein eigenes Konzept durchzuziehen, und damit wirklich einen eigenen Stil zu entwickeln – auf die Gefahr hin, dass dies nicht dem Geschmack des Dozenten entspricht – oder arbeite ich mehr in einem Auftragsverhältnis, in dem ich meine eigenen Vorstellungen zurückstecke und die Wünsche des Dozenten erfülle, in der Hoffnung auf eine gute Note?

An einer Kunsthochschule geht es zudem auch immer wieder um die Produktion von «Kunst» (mit wirklich grossem «K»), wobei diese «Kunst» durch die Studenten nicht durch ein echtes Bedürfnis kreiert wird, sondern Fingerübungen sind, in denen Thema und/oder Technik schon vorgegeben sind; so oder so ist das eigentliche Ziel solcher Etüden selten die Aussage selbst, sondern das Erlernen der Ausführung an sich. Ein gewisser Leerlauf ist hier nicht zu verneinen.

Mit einer solchen Ausgangslage – der Auflage, Kunst auf Kommando zu veranstalten sowie der Domestizierung und Kommerzialisierung einer eigentlich subversiven Kulturtechnik scheint es auf den ersten Blick nur möglich, ein Möchtegern-Protestchen zu starten, einen Sturm im Wasserglas: mehr visual noise im öffentlichen Raum.

Interessanter wäre es offensichtlich, wirklich subversiv zu arbeiten, und uns damit die Technik wirklich anzueignen. Die Idee, den Kurs an sich zu hacken, war geboren. Das System «Hochschule» wird unterlaufen, in dem gegen die traditionellen Spielregeln verstossen wird. Statt, wie die Dozenten dies von den Studierenden erwarten, die Aufgabe getreu zu lösen, wird sie nicht, bzw. in anderer Weise gelöst.

Wir bedienen uns dabei dem Fake, indem wir vorgeben, an einem Hack zu arbeiten – dieser hätte die im Museum für Gestaltung stattfindende Fotoausstellung mit Bildern von Michel Comte aufgegriffen und gehackt – sei dies nun mit Überklebungen oder, in einer späteren Phase, mit gefälschten Text-Tafeln.

Indem wir diesen Hack aber nicht ausführen, verstossen wir scheinbar gegen die Auflagen des Kurses. Wir unterlaufen damit die stillschweigend vorausgesetzte Regelung zwischen Dozierenden und Studierenden: Die einen stellen Aufgaben, die anderen erfüllen diese, ohne sie zu hinterfragen. Wir verstossen damit gegen das System und die vorherrschenden Machtverhältnisse, indem wir uns ihnen entziehen und durch unsere Verweigerung drohen, dieses zu destabilisieren.

Der möglicherweise härteste Teil war die Aufrechterhaltung der Illusion des Fake-Hacks. Mit dieser Idee hatten wir nun zwei Hacks zu planen: einen, den wir durchführten und einen, den wir vorgaben, durchzuführen. Wir mussten uns also immer auch überlegen, was wir nun tun würden, um in den regelmässigen Besprechungen glaubwürdig zu wirken. Zudem mussten wir Lösungen für Probleme bereit halten, von denen wir wussten, dass sie am Ende nicht relevant sein würden.

Wir mussten also in der Lage sein, den Hack ausführen zu können, selbst wenn dies nicht unseren Plänen entsprach – nicht unähnlichen anderen Hacks, die, obwohl für einen Fake, den Aufwand des Objektes, das sie faken, haben.

Der Ausgang des Hacks ist – ganz im Sinne eines Experiments – unsicher; betrifft er doch genau diejenigen Personen, die später die Noten verteilen werden, selber. Damit gehen wir selber ein Risiko ein, doch scheint uns, dass dies durchaus dem Konzept des Cultural Hackings entspricht.“

gehackter Blog

wie ihr vielleicht bemerkt habt, wurde dieser Blog während der letzten zwei Tagen selbst gehackt. Studenten des Kurses „Cultural Hacking. Kulturelle Innovation durch Détournement, Bricollage und Experiment“ an der Zürcher Hochschule der Künste haben im Rahmen ihres Hackprojektes die Kontrolle über den Hack übernommen. hier mehr.

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