WS 2013/14, Leitung: Johannes M. Hedinger, Mitarbeit: Stephanie Henk

Im Rahmen des Seminars CULTURAL HACKING II entwickelten die Studierenden des Intermedia-Studienganges in Gruppenarbeiten eigene Hacking-Projekte. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl der entstandenen studentischen Arbeiten:

 

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HDL, dein Facebook❤

(Christin Matthey und Lisa Thiel )

Wer kennt das nicht? Schnell noch das Bild bearbeitet, sich selbst an einem coolen Ort markiert und unzählige Freunde, die die eigenen Erlebnisse „liken“ und kommentieren. Soziale Netzwerke wie Facebook bieten uns die Möglichkeit, unser Leben gehörig „aufzupimpen“, wahnsinnig interessant erscheinen zu lassen und uns selbst als gutaussehend, erfolgreich und beliebt darzustellen. Im Netz können wir endlich die Person sein, die wir gerne wären. Auch Beziehungen zu anderen Menschen haben sich durch unser virtuelles zweites Leben sehr verändert. Menschen, die wir gar nicht oder nur bedingt kennen, nennen sich auf einmal unsere „Freunde“. Wessen Bild oder Seite einen anspricht, der wird angeschrieben und bekommt so die Chance, die Person vielleicht sogar näher kennen zu lernen. Umso wichtiger erscheint also, wie wir uns präsentieren. Wir haben uns gedacht, so eine „typische“ Kennlern-Geschichte via Internet( denn die gibt es ja häufig), einmal etwas anders darzustellen….

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Vorgehensweise

Zunächst überlegten wir uns, was genau wir hacken wollten. Die Idee war, das Sytstem der populären Netzwerke zu hacken und sich dabei an alle, aber besonders die jüngere Generation von Usern zu wenden. Als das Konzept feststand, suchten wir nach einer Möglichkeit, den Hack am besten umzusetzen. Am besten erschien es uns, das Ganze in eine Art Geschichte einzubinden, um die Message deutlich werden zu lassen. Die Story wäre am anschaulichsten durch einen Film dargestellt, so der Gedanke. Also schrieben wir ein Drehbuch, in dem Dialoge und Regieanweisungen festgehalten wurden.Bevor wir mit dem Dreh beginnen konnten, mussten wir zunächst zwei Fake- Accounts bei Facebook erstellen, die wir dann später abfilmen wollten. Nachdem die Rollen festgelegt wurden, machten wir uns an die künstlerische Umsetzung. Mit einem IPad wurde gefilmt, was sich hinterher als etwas problematisch herausstellte, da der Ton nicht immer ganz einwandfrei aufgenommen wurden war. Dann bearbeiteten wir das Material am Computer, d.h. wir schnitten die Szenen, unterlegen sie mit Musik oder aber untertitelten sie oder synchronisierten sie, wann immer der Ton nur schwer zu hören war.

Wir schickten Freundschafts-Anfragen mit den fiktionalen Facebook-Usern an unsere echten Freunde, die sich zum Teil höchst amüsiert über das (gewollt) unattraktives Bild eines Fake-Accounts ausließen.

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Paul Maler @ Facebook

https://www.facebook.com/paul.maler.336

 

 

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ZEIG BLAU – Die blaue Revolution

(Sarah Löbbing und Hüseyin Altuntas)

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Intention

Wir möchten auf das routinierte Vorlesungsverständnis und die standardisierte Vorlesungserwartung in den Köpfen der Studenten und Dozenten im Vorlesungssaal einwirken und einen unerwarteten Effekt hervorrufen, welcher die Individuen im Vorlesungssaal unterhält aber auch aus der Routine rauszieht. Zugrunde liegen insbesondere psychologische Themen, um es konkreter auszudrücken, sehen wir eine Aufbrechung routinierter Wahrnehmungs- und Handlungsroutinen notwendig. Wir werden die Studenten und Dozenten unterhalten (kommt natürlich auf den Professor/Dozent an) aber auch insgesamt die Individuen im Vorlesungssaal „wachrütteln“.

Ablauf

Während einer Vorlesung im Hörsaal, wird der Computer des jeweiligen Dozenten gehackt. Dies geschieht mithilfe einer vorher, in die Präsentation der jeweiligen Sitzung eingespeisten blauen Folie mit der Aufschrift: ZEIG BLAU – „Steh jetzt auf und nimm an der blauen Revolution teil“, bei dem Erscheinen dieser Folie wird der Musiktitel: „Feeling So Blue“ von Michael Mind Project aktiviert, welcher über die Boxen des Hörsaals zu hören sein wird. Parallel, läuft ein Subjekt (Student), verkleidet in einem blauen Ganzkörperkostüm tanzend in den Hörsaal rein und animiert die Zuhörer zum Mitmachen, somit blockiert und hackt er die Vorlesung; Er agiert bis die Musik endet und verlässt dann den Vorlesesaal.

 

 

Ziel

Das Ziel unserer Arbeit setzt sich aus einer bildungskritischen Einstellung und aus humorisierter Ausführung der Aktion zusammen. Somit möchten wir die Art und Weise der Vorlesung kritisieren, da nach unserem Empfinden und unserer Meinung, die aktuelle Ausführung einer Vorlesung durch Professoren, einen sehr schwachen Bildungswert hat, da nicht auf das Auffassungsvermögen der einzelnen Zuhörer (Studenten) eingegangen wird und leider auch die individuell verschiedenen Bildungsstärken/ -kapazitäten der Studenten in zu großen kollektiven Versammlungen nicht oder sehr gering miteinbezogen werden und somit auch der einzelne Student mit seinen einzelnen Fähigkeiten und Eigenschaften „untergeht“. Und last but not least hat unser Motto „ZEIG BLAU“ hat eine doppelte Botschaft: „Ich bin blau“ = Ich stehe unter erhöhtem Alkoholeinfluss und „Ich mache blau“ = Ich versäume und ignoriere mit Absicht den Unterricht/ die Veranstaltung.

 

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 Let’s play: students everyday life

(Mihailo Coric, Stefan Hintersdorf, David Klug)

Bei unserem Projekt handelt es sich um ein Video, welches die Let’s Play-Szene (das Vorführen und Kommentieren des Spielens eines Computer- oder Videospiels) karikiert. Das Video zeigt ein Spiel über eine Spielfigur, die die „typischen“ Alltagssituationen eines Studenten meistern muss. Dabei wird dieses Video von dem fiktiven Let’s Player „Awesome Kevin“ gespielt und kommentiert wird. Gezeigt werden unterschiedlichste Alltagssituationen, wie der tägliche Toilettengang oder das Kaffeetrinken am Morgen. Persifliert werden diese Szene durch stilistische und bekannte Computerspielelemente u.a. Lagging, nachgestellte Spielszenen, Videospielmusik und Sounds. Die Spielwelt wird aus der Egoperspektive (die Bezeichnung für eine Kameraperspektive in einem Computerspiel, bei der die Darstellung der Spielwelt durch die Augen der Spielfigur erfolgt.) dargestellt, um den näheren Bezug zwischen Spielfigur und Spieler herzustellen.

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Wir möchten aufzeigen, dass die derzeitige Überflutung mit Let’s Plays und ähnlichen Videos Überhand genommen und das Qualitätsniveau stark abgenommen hat. Unsere Intention ein Let’s Play Video über Alltag zu machen, ist es aufzuzeigen, dass der Alltag ebenfalls als Spiel verstanden werden kann. Spiele sind alltäglich geworden, Grafiken werden realistischer und daher sind Computerspiele immer weniger von der Realität zu unterscheiden.

Unsere Zielgruppe sollen dabei die Youtube-Nutzer, Let’s Player und Gamer-Szene sein. Der Dreh fand im öffentlichen Raum in Köln, sowie in privater Wohnung eines der Gruppenmitglieder statt. Als Hilfsmittel wurden zum Filmen ein handelsüblicher Camcorder, sowie diverse Requisiten u.a. aus Pappe (siehe unten) benutzt. Die ursprüngliche Tonspur des aufgenommenen Videos wurde durch ein professionelles Schnittprogramm entfernt und durch ein selbst erstelltes Voice-Over (Off-Kommentar) sowie verschiedenste Sounds ersetzt.

Das Let’s Play-Video wurde auf einem eigens erstellten Channel auf der Online-Videoplattform „YouTube“ hochgeladen.

 

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Fazit, Selbstreflexion und Ausblick

Das Projekt wurde insgesamt sehr positiv aufgenommen, auch wenn manche erst auf den zweiten Blick den Sinn dahinter verstanden. Bei der Präsentation wurden vor allem die gute Umsetzung sowie der Unterhaltungsfaktor gelobt. Die Gruppenarbeit lief bei uns sehr gut ab, da wir alle auf der selben Wellenlänge kommuniziert haben und in etwa die gleichen Vorstellungen von der Umsetzung des Projekts hatten. Anfangs hatten wir ein paar Startschwierigkeiten, die aber schnell behoben wurden. Die Vorbereitungen gingen dann recht zügig voran und der komplette Dreh des Videos dauerte nur einen Tag. Die Bearbeitungen und der Feinschliff des Videos haben dann leider aufgrund technischer Schwierigkeiten etwas länger gedauert. Das Resultat fanden und finden wir mehr als gelungen und auch die Reaktionen von außen waren und sind weiterhin sehr positiv. Beim nächsten Mal würden wir auf jeden Fall etwas früher schon mit der Nachbearbeitung anfangen, damit wir ohne Stress das Projekt beenden können sowie das Video etwas kürzer gestalten. Insgesamt bleibt zu sagen, dass uns das Projekt unheimlich viel Spaß gemacht hat und wir auch Stolz auf unser Ergebnis sind. Daher ist von unserer Seite auch eine Fortsetzung des Konzepts geplant.

 

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Füttern verboten!

(Jasmin Dickten und Vanessa Merfels)

Auf dem Weg zur Universität zu Köln befindet sich ein Fluss, welcher im Aachener Weiher mündet. Dort steht ein Schild mit der Anweisung:

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Dieses ist auf die dort lebenden Tiere bezogen, die bei Missachtung überfüttert werden und das ökologische System in Disparität bringen. Dies ist die Motivation und Grundlage für unsere Idee: Wir haben die Aussage des Schildes auf die Menschen umgewandelt. So wurde aus „Füttern verboten“ (auf Tiere bezogen) „Futtern verboten“ (auf den Menschen bezogen).

Warum?

Unser Team möchte auf die ungesunde Ernährung der heutigen Gesellschaft und der damit verbundenen Erkrankungen aufmerksam machen. Durch den zu häufigen Konsum von industriell verarbeiteten Lebensmittel, wie Fast Food, entstehen Krankheiten (Diabetes, Fettleibigkeit, Depressionen). Langfristig besteht auch ein erhöhtes Risiko auf Herzinfarkte, Schlaganfälle und Gefäßkrankheiten. Aufgrund dessen wollen wir spielerisch dieses Experiment durchführen, sogar durch normative Grenzüberschreitung die Zuschauer provozieren. Darüber hinaus sollte es alle zum Nachdenken anregen und durch die ironische/humoristische Darstellung amüsieren. Wir verändern vier Schilder, durch Befestigung von Klebefolie. Durch das Recherchieren wurden wir auch auf die in Mexico eingeführte interessante Fast Food-Steuer aufmerksam und nahmen diese als Grundlage für eines unserer Schilder. Dieses haben wir in einem Supermarkt in Welschneudorf integriert. Die anderen in einer Imbissbude in Montabaur, vor McDonalds am Rudolfplatz und an diversen anderen Orten.

Nach dem Aufbau haben wir die Reaktionen der Passanten fotografisch dokumentiert und Video-Interviews zum Thema Fast Food gedreht.

 

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Primär hacken wir das System Schild. Denn ursprünglich dient es der Beeinflussung oder Regelung des Straßenverkehrs. Jedoch beeinflussen wir hiermit das Bewusstsein der Passanten bezüglich ungesunder Ernährung. Sekundär werden die Orte an denen wir die Hacks durchführen gehackt. Das sind der Supermarkt, die Imbissbude und Mc Donalds. Unser Code ist das Motto „Achtet auf eure Ernährung“. Wie in der Ausgangslage beschrieben, werden die Menschen krank von dem, was auf ihren Teller kommt. Vor allem, wenn sie zu oft Fast Food essen. Das haben wir durch unsere Aktion versucht zu ändern. Natürlich ist es nicht möglich mit ein paar Schildern das Bewusstsein und die Ernährung von Menschen zu ändern. Denn um dies zu erreichen, ist es vor allem wichtig, dass sie sich von selbst für die Materie interessieren und sich zuerst informieren und überlegen, was sie tun wollen. Dieses Projekt hat die Passanten angeregt, darüber zu reflektieren. Somit haben wir unser Ziel erreicht.

 

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Treppenhacking

(Naci Koç, Annalena Schnurpfeil, Melissa Schulz)

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob und warum Sie die Rolltreppe oder die „normale Treppe“ hochgehen? Wir sind bei unserem Seminarprojekt im Seminar „Cultural Hacking“ an der Universität zu Köln dieser Frage auf den Grund gegangen.

Am 19.12.2013 richteten wir unsere Kamera gegen Mittag an der U-Bahnhaltestelle Venloer Str. in Köln-Ehrenfeld auf eine aufwärtsführenden Treppe, welche zwei mögliche Wege hatte, eine Rolltrep­pe und eine normale Treppe mit Stufen. Zunächst beobachteten wir für eine halbe Stunde das Verhal­ten der Fußgänger, von 32 Passanten benutzte lediglich ein Passant die normale Treppe mit Stufen, die restlichen 31 Personen benutzten die Rolltreppe. Daraufhin befestigten wir ein Schild an die Wand vor der Treppe (siehe YouTube-Video/Bild), welches an das bekannte Fahrradweg/ Fußgängerzone-Schild angelehnt ist, es zeigt jedoch im rechten Halb­kreis ein dünnes Strichmännchen, welches die Treppe benutzt und auf der linken Seite ein dickes Männchen, welches mit der Rolltreppe hinauf fährt. Hierauf beobachteten wir erneut für eine halbe Stunde das Verhalten der Passanten, das Ergebnis: Plötzlich benutzten von 29 Fußgängern nur noch 6 die Rolltreppe und 23 Passanten bevorzugten, die Treppe hochzugehen.

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Zusammenfassung der Präsentation

Man kann schon sagen, dass unser Projekt erfolgreich war, da wir mehrere Systeme gehackt haben. Auf der einen Seite haben wir das System des Fahrradweg/Fußgängerzone-Schildes transferiert in das System der (Roll-)Treppennutzung, auf der anderen Seite beeinflussten wir das Autonormalverhalten der Fußgänger, die sich aufgrund des Schildes bewusster für eine der beiden Treppen entschieden ha­ben.

Selbstkritik

Jedoch hätten wir genauer arbeiten müssen und zum Beispiel vor dem Dreh eine Genehmigung für den Dreh an der U-Bahnstation und zudem unsere Geräte auf genügend Akkulaufzeit und Speicherka­pazität überprüfen sollen. Dies hätte uns einige Zeit erspart, jedoch konnten wir dank der guten Zu­sammenarbeit in unserem Team am Ende doch zu seinem guten Ergebnis kommen.

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Zusammenfassung der Diskussion

In den verschiedenen Feedbackrunden konnten wir unser Projekt nochmal aus anderen Sichtweisen betrachten und haben tolle Vorschläge erhalten, die unser Experiment um eini­ges an Wert gewinnen lassen würden. Es wurde zum Beispiel vorgeschlagen, dass man das verwendete Bild mit einer Quelle hätte versehen müssen und dass man die Tabelle mit den Statistiken zur Treppennutzung noch hätte in das Video einbauen können. Des Weiteren wurde noch erwähnt, dass man das Schild hätte größer gestalten können oder man sogar vielleicht zwei Schilder hätte anbringen sollen. Außerdem wurde noch dazu angeraten, dass man die Reaktionen der Menschen mit einer weiteren Kamera von oben hätte auffangen können, oder man sogar noch hätte provo­kant nach der Motivation fragen können. Besondere Komplimente haben wir jetzt jedoch schon für unser Video bekommen. In der Dis­kussion wurde erwähnt, dass das Projekt erfolgreich war und der Hack im Großen und Gan­zen funktioniert hat. Musik und Inhalt waren super abgestimmt und auch die Länge

 



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