TRAM

Gruppe 1B: Rouven Bühlmann, Inbal Sharon, Linda Zimmermann

Idee
Blaue ZVV-Kleber mit expliziten Platzreservierungsanordnungen für Personen einer gesellschaftlichen Randgruppe sollen Tramfahrer der Linie 4 und 13 in Zürich aufmerksam werden lassen. Die Plätze fordern auf, sie für übergewichtige, und anorektische Fahrgäste sowie für deutsche Staatsbürger, Steuerhinterzieher und HIV-positive Menschen freizuhalten. Die Beschriftungen in Öffentlichen Verkehrsmitteln, welche die Reisenden darauf hinweisen, dass einzelne Sitzplätze für Leute mit einer Behinderung freizuhalten sind, dienen uns als Ausgangslage.
Wir übernehmen die Ästhetik und die bürokratische Ausdrucksweise der ZVV um eigene beschriftete Kleber zu fertigen, welche wir an den Fensterscheiben, seitlich des Sitzplatzes anbringen werden. Unterstützend dazu kreierten wir einen Flyer, der vom VBZ in Zusammenarbeit mit dem imaginären „Amt für Integration Zürich“ entstanden sein soll und die Kampagne glaubhafter darstellen soll. Wir verteilten die Flyer zufällig in den Trams, um den Eindruck von gelesenen und hingeworfenen Infoblättern zu erwecken.

Vorgeschichte
Als Ort des Geschehens, erschien uns das Tram von Anfang an als sehr geeignet. Ein viel verbreitetes Transportmittel, welches tagtäglich von unzähligen, verschiedensten Menschen genutzt wird. Wir überlegten uns, die Thematik der Klassentrennung, welche vor allem im Zug weitverbreitet ist (1.und 2.Klasse), aufs Tram zu übertragen.Unsere Idee ist eine fiktive Klassentrennungen nach willkürlichen Kriterien in ÖVs zu erschaffen. Beispielsweise ein bestimmter Sitzplatz nach Einkommen oder Vorreservierung der Sitzplätze usw.

Fazit
Nach 5 Stunden waren etliche Trams in Zürich mit den neuen ZVV Klebern und Flyern versehen. Die Reaktionen waren weitgehend zurückhaltend. Einige Fahrgäste liessen die reservierten Plätze tatsächlich frei und setzten auf den Platz nebenan. Eine ältere Dame lachte auf, nachdem sie Flyer und Kleber gelesen hatte. Die meisten aber ignorierten schlicht und einfach die Botschaften oder liessen sich nichts anmerken. Diese (Nicht-)Reaktion ist zwar ernüchternd, aber teilweise verständlich, da die Reizüberflutung im öffentlichen Raum dazu führt, dass selbst sehr auffällige Anschläge übersehen werden.

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RECLAIM THE FIELDS

Gruppe 2B: Michael Bekk, Martin Feigel, Elias Gross

Hack des Verkehrssystems und des öffentlichen Raumes der Stadt Zürich

Ziel: Es werden an verschiedenen Orten in der Stadt Zürich neue Parkfelder geschaffen. Diese können an völligen absurden wie auch an möglichen Standorten entstehen. Der Platz für Autos wird erweitert, für andere Teilnehmer des öffentlichen Raums wird er reduziert.

Ziel ist durch den Eingriff ins Verkehrssystem dieses zu untersuchen. Wie reagieren die Teilnehmer im Verkehrssystem auf die neuen Parkplätze? Werden sie als solche erkannt, wie schnell verschwinden sie wieder, wie reagiert die Polizei und evtl. die Medien auf das anbringen von neuen Parkfeldern,? Haben die verschiedenen Pendler sowie die Bewohner der Stadt Freude an unseren neuen Parkfeldern? Ist der Parkfeld der letzte Freiraum für Autos? Wie wirkt die standardisierte Grösse eines Parkfeldes an einem Ort, wo es offensichtlich nicht hingehört?

Während der Aktion erweiterte sich die Untersuchung des Verkehrssystem auf das System Stadt Zürich als Ganzes. Es wurden über Nacht an verschiedene Orten in der Stadt Zürich mit Klebeband gefakte Parkplätze angebracht. Die Aktion wurde einmal von der Polizei gestört, worauf die Strategie die Parkplätze heimlich anzubringen geändert wurde. Dies machte auf Grund der massiven Polizeipräsenz keinen Sinn mehr. Das Klebeband wurde nun in aller Öffentlichkeit sowie offensichtlich und offensiv gefilmt angebracht. Dies hatte keine weiteren Reaktion der Polizei zur Folge. Ein Parkplatz an einer Bushaltestelle wurde mittels WEB-Cam die ganze Nacht gefilmt. Er bliebt bis ca. 10:30 Uhr morgens so gut wie unberührt Dann wurde er von einem Passanten zerstört, das Klebeband wurde aber liegengelassen. Alle anderen Parkfelder sind im Verlaufe des Morgens verschwunden. Mit der Zeit ergab sich ebenfalls folgende Einsicht. Das Anbringen fiktiver Parkfelder lohnt sich nicht nur um das Verkehrssystem zu hinterfragen. Durch die standadisierte Grösse und der damit normativen Konsequenz stellen die neuen Parkfelder ganz natürlich Fragen nach Raum in der Stadt.

Fazit:
-Der öffentliche Raum in der Stadt Zürich ist duchdefiniert.
-Der öffentliche Raum in der Stadt Zürich wird massiv überwacht. (3 Stunden 15 Streifenwagen, also ca. alle 12 Minuten).
-Anbringen mit offensivem Filmen und selbstverständlichen Auftreten in aller Öffentlichkeit wird toleriert
-Parkfelder werden nicht vom öffentlichen Dienst oder der Polizei sondern von Privatpersonen entfernt; Bevölkerung repariert Fehler im System selber.
-Es hat eigentlich keine sinnvollen Platz für Autos in der Stadt Zürich mehr. (bzw. wir haben auch nach langem Suchen keine gefunden)

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THE SHOW MUST GO ON

Gruppe 3B: Aurélie Mermod, Joshua Schenkel

The project «show must go on» simulates the death of a living person.
Early in the morning a memorial scene was set up with funeral candles, framed pictures, a collage of the deceased, a picture of his crashed car, personal letters, cards, children’s drawings and flowers near the Pestalozzi-Wiese at the Bahnhofstrasse. Only by playing with stereotypes and often seen mourning scenarios it was tried to convince people passing by even if the death is never mentioned explicitly.
The fake deceased was Carl Hirschmann: a rich, young, jetsetter and club owner from Zürich who’s questinable activities have been in the media in the past few months. This caused the public opinion of him to be quite low. The project plays with the feelings of compassion that death brings about, whether a person is hated, admired or unknown. It was important to choose a local person to make the inhabitants of Zürich feel closely connected to the death.
The project was intended to have a huge impact on a mass audience through its location (the most crowded street of Zürich), its celebrity victim and it’s theme of death and pity.
We planned to publish the ‘death’ online on daily newspapers by using iPhone applications. From this point the information should have spread by itself through word-of-mouth and social-networks. It could even have ended with a TV interview of Hischmann himself, who would have refuted his death.
Instead, the macabre installation was unfortunately cleaned up after a few hours.
It would’ve been interesting to know why this happened and how the clarification and cleaning process took its way. Was Hirschmann called? What was his reaction ? Although the strategy seemed to fail, 3 groups of people stopped by during the set-up of the installation and condoled with us, which proved, how credible the setup took effect and that the delicate theme of death manages to exclude all possibility of doubt even on this rather cheesy installation.
The installation was meant as a critique on how information spreads and how new systems of communication are developing in contemporary society. It’s not the work of independant journalists but of a fast system of communication where everyone can access and participate. Unfortunately the project was disrupted too quickly and it was difficult to analyse the planned outcomes of the hack.

Short clip of the final installation only:

Picture gallery of the preparation process:

http://gallery.me.com/joshuaschenkel/100026

Full presentation video for download (including breakup):

http://files.me.com/joshuaschenkel/4yaagk.mov

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DER LANGSCHNABLER

Gruppe 4B: Christoph Gerber, Mario Hipleh, Martina Regli

Wir hacken den Zoo und seine Besucher, in dem wir ein Fantasietier erfinden, den Halbseidenen Langschnabler.

Der Mensch verlässt sich hierzulande auf die Infotafeln. Wenns auf einer professionell aussehenden Tafel steht, muss der Inhalt stimmen. Die knapp gehaltenen Informationstafeln vermitteln einen Überblick über das Tier, seinen Lebensraum und sein Verhalten. Dank diesen Tafeln können Eltern ihren wissbegierigen Kindern alle Fragen beantworten.
Unser Hack spielt auch auf die natürliche Neugierde an. Immer wieder ertappen wir uns dabei, wie wir vor einem Gehege stehen und das Tier darin nicht finden.
Wir kopieren den Stil der Infokästen im Zürcher Zoo und werden den Inhalt durch unsere eigene Illustration und den erfundenen Text austauschen. Zusätzlich werden das Leitsystem und die Übersichtskarte manipuliert. Das Aussengehege des Schuhschnabels (erstaunlicherweise ein real existierendes Tier), welches zur Zeit leer steht ist sehr geeignet.
Einerseits mimt Mario den Zoowärter und gibt den Zoobesuchern Auskunft über den halbseidenen Langschnabler, der sich leider gerade versteckt. Andererseits ziehen wir durch gespieltes Interesse eine Publikumsschar herbei. Das professionelle Auftreten garantiert uns ein interessiertes, Fragen stellendes und suchendes Publikum.
Wir wollen den Zoo als Institution ansprechen sowie die Zoobesuchenden. Hauptsächlich sind es Familien und Schulen, die an diesem Morgen im Zoo sind. Kinder sind begeisterungsfähig und wollen von den Erwachsenen etwas über die Tiere in Erfahrung bringen.
Der Hack ist weder bösartig noch politisch gemeint. Er spielt mit der Leichtgläubigkeit der heutigen Konsumenten, die aufgrund der Informationsflut nicht mehr in der Lage sind, Quellen kritisch zu hinterfragen.
Um das Vorgehen und die Reaktion zu dokumentieren, halten wir den Hack mit professioneller Hilfe filmisch fest.
Mögliche Erweiterungen des Projekts wären:
– eine Notiz an die zwei Gratiszeitungen „Blick am Abend“ und „20minuten“ zu verschicken. (ein Beispiel wurde von uns bereits aufgesetzt)
– Wäre es möglich, um ein Fantasietier einen ebenso grossen Hype zu schaffen wie bei „Knut“?
Nach unseren Erfahrungen müsste beides möglich sein.

zoo_doku_19.2.10



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