Am schönsten ist es immer, wenn sich einzelne Seminare thematisch treffen. So geschehen beim Projektseminar zum MedienBildungsRaum, in dem uns Anna-Laura Leipertz in der vergangenen Woche den Horizon Report 2010 (nun Dank MMKH auch in DE; Hintergünde auch hier) vorgestellt hat und dabei selbst insbesondere vom Thema “Augmented Reality” begeistert war.
Im letzten Beitrag des elektrischen Reporters ging es ebenfalls um Augmented Reality. Ab Minute 8:16 wird dabei Julien Oliver mit seinem Projekt Artvertizer vorgestellt. Er hacked öffentliche Werbeflächen mittels Augmented Reality und ersetzt die Werbung durch Kunst im Auge des Betrachters.
Das ist allerhöchst interessant für das Seminar Cultural Hacking mit Johannes Hedinger (Com&Com) und auch für das Seminar aus dem SoSe09 zur Postironie, in dem eine ähnliche Aktion zum (analogen) Hack von Werbeplakaten geplant war, allerdings leider nicht umgesetzt wurde.
Mehr zur Augmented Reality auch beim *mms, Uni Hamburg.
The use of stickers in advertising is not only an innovative way to attract attention, it is also an extremely cost-effective way to create a lasting impression. (via @CoCreatr)
Irritierendes Projekt auf den Strassen von Zürich! Alles dabei – geheimer Briefkasten, Kostüm, Dérive, Interaktion und Dada-Performance: “Knowbotic Research hat für Kunstpassanten einen Spaziergang entwickelt, der das ganze Jahr über (von November 2009 bis Juni 2010) realisiert werden kann. Die Künstlergruppe bietet an, als MacGhillie durch die Stadt zu streifen, alleine, zu einem selbst bestimmten Zeitpunkt und ohne vorgegebene Route. MacGhillie geht um. Ohne Ziel, ohne Intention, ohne Zweck zieht es durch den kontrollierten Raum. Völlig unbestimmt ist nicht nur, was es macht, sondern auch, was es ist. Nicht Mann, nicht Frau, nicht dominant, nicht unterwerfend – feige und doch gleichzeitig bedrohlich? MacGhillie entzieht sich jeder Einordnung, lässt die Zuschreibungen ins Leere laufen, will nicht kommunizieren. Auch Wiedererkennungen fügen dem nichts hinzu. Wie lange kann das gut gehen in einem postutopischen Raum, in dem alles gemanagt, optimiert und abgesichert werden muss? Gibt es Orte für etwas, das nichts sein will? Das Künstlerkollektiv deponiert in der Stadt einen Tarnanzug in einer roten Box mit Nummernschloss. Zu diesem gelangen Interessierte mittels eines einfachen Anrufs.” via Rebel:Art
Posterboy räumt auf mit der Herrschaft kommerzieller Signale im urbanen Lebensraum! Seine Rekompositionen von Werbeplakaten lassen uns aufmerken und darüber bewußt werden, wie viele Orientierungsmuster uns ständig vorgegeben werden, die wir oftmals unreflektiert aufnehmen.
Martin Sonneborn überraschte in der heute-Show (ZDF) Leute zu Hause mit einem ungewöhnlichen Vorschlag: Fotos für Street View aus der guten Stube. Dabei erfuhr der Satiriker mehr Privates als erwartet.
Die winterlichen Temperaturen haben wohl auch die Fantasie dieses Lokführers angeregt, der vor dem verlassen seines Führerstandes die Anzeige des Zielbahnhofes in “eiskalt” umbenannt hat. Dem offiziellen SBB-Kommentar war zu entnehmen, dass der Zug geheizt war.
The Yes Men sind eine Netzkunst- und Aktivitstengruppe, die Kommunikationsguerilla betreibt und mit einer Fälschung der Webseite der WTO bekannt wurde. Mitglieder der Gruppe geben sich als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele (Überidentifikation). Sie selbst bezeichnen dies als „Identitätskorrektur“ (“identity correction“).
Die zwei führenden Mitglieder der Gruppe sind unter einer Reihe von Pseudonymen bekannt, zuletzt Andy Bichlbaum und Mike Bonano.
Zur Illustration zwei Aktionen von THE YES MEN:
Bhopal Am 3. Dezember 2004, dem 20. Jahrestag des Bhopalunglücks, trat Yes Man Andy Bichlbaum auf BBS World als „Jude Finisterra“, ein Dow-Chemical-Sprecher, auf. Dow Chemical ist der Eigentümer von Union Carbide, dem Verantwortlichen für das Unglück, bei dem Tausende ihr Leben verloren und die Überlebenden oft schwere Folgeschäden davontrugen. An diesem Jahrestag meldete nun BBC, dass das Unternehmen Dow Chemical, seit ein paar Jahren der neue Eigentümer der Union Carbide, sich zu seiner Pflicht bekennen wolle und 12 Milliarden US-Dollar an die Familien der mehr als 3.000 Toten und 120.000 Verletzten von Bhopal auszahlen werde: „Ich bin sehr glücklich, dass ich heute mitteilen kann, dass Dow erstmals die volle Verantwortung für die Katastrophe in Bhopal übernimmt. […] Wir haben beschlossen, Union Carbide zu liquidieren, diesen Albtraum für die Welt, der Dow Kopfschmerzen bereitet.“ Kurz darauf dementierte BBC ihre Meldung – und der im BBC-Live-Interview zu Wort kommende „Jude Finisterrra“ stellte sich als Yes Man heraus. In der Zwischenzeit war jedoch der Wert von Dow Chemical um ca. 2 Milliarden Dollar gesunken.
New York Times Am 12. November 2008 verteilten die Yes Men eine gefälschte Ausgabe der New York Times, datiert auf den 4. Juli 2009. In dieser Ausgabe zeichneten sie das Bild einer besseren Welt, in welcher der Irakkrieg beendet, Georg W. Bush wegen Hochverrats angeklagt und Condoleezza Rice sich öffentlich für ihre Lügen über den Irakkrieg entschuldigt hat.[2] Nach eigenen Angaben wurden dabei über 1,2 Millionen Ausgaben gedruckt und unter die Leute gebracht. Zu dem Projekt existiert eine Website, die Ausgabe ist auch zum freien Herunterladen [3] verfügbar.
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